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Brand auf Recyclinghof in Gundersheim

Akkus lösen Brand auf Recyclinghof aus – 90 Feuerwehrleute stundenlang im Einsatz

Nach dem Großbrand auf einem Recyclinghof in Gundersheim verdichten sich die Hinweise auf eine entsorgungsbedingte Ursache. Ermittler gehen nach der Auswertung von Videoaufnahmen davon aus, dass unsachgemäß entsorgte Akkus das Feuer ausgelöst haben könnten.

Der Brand war am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr auf einem überdachten Lagerplatz eines Entsorgungsunternehmens in Gundersheim im Kreis Alzey-Worms ausgebrochen. Gebrannt haben Elektroschrott, Papier und Pappe. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis Sonntagmorgen; zwischenzeitlich waren 90 Einsatzkräfte aus dem ganzen Landkreis im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Ermittler schließen Brandstiftung aus

Die Kripo Worms hat die Videoaufzeichnungen des Recyclinghofs ausgewertet. Nach dem bisherigen Stand sei das Feuer ohne menschliches Zutun entstanden. Damit richtet sich der Blick der Ermittler weg von einer vorsätzlichen Brandstiftung und hin zu einer technischen oder entsorgungsbedingten Ursache.

Als wahrscheinlich gilt, dass falsch entsorgte Akkus den Brand ausgelöst haben. In Recycling- und Abfallströmen sind sie besonders riskant, weil beschädigte Energiespeicher – etwa durch Druck, Bruch oder Reibung beim Umschichten – unbemerkt reagieren und sich entzünden können. Solche Brände entwickeln sich in gemischten Abfallhaufen schnell, weil sie auf leicht brennbare Materialien wie Papier und Pappe übergreifen und immer wieder aufflammen.

Die Polizei erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Akkus und Batterien nicht in den Haus- oder Wertstoffmüll gehören. Werden sie beschädigt, können sie Brände verursachen und damit Beschäftigte und Einsatzkräfte gefährden.

Löscharbeiten zogen sich bis Sonntagvormittag

Mitarbeiter des Unternehmens bemerkten den Brand auf dem überdachten Lagerplatz und alarmierten die Feuerwehr. Als die ersten Kräfte eintrafen, wurde die Lage rasch größer; es seien schnell weitere Einheiten nachalarmiert worden. „Es sei sofort klar gewesen, dass sich das Feuer weiter ausbreiten werde“, sagte Marius Deuster vom Brand- und Katastrophenschutz Alzey-Worms.

Die Löscharbeiten erwiesen sich als aufwendig. Kartonagen mussten ins Freie gezogen und dort wiederholt umgeschichtet werden, um Glutnester zu finden und abzulöschen. Erst mit einem Sonderlöschmittel konnten die immer wieder aufflammenden Brandstellen schließlich erstickt werden. Die Nachlöscharbeiten endeten am Sonntag gegen 8 Uhr, gegen 10:30 Uhr übergab die Feuerwehr das Gelände an den Betreiber.

Zu Beginn des Brandes stand über dem Gewerbegebiet eine kilometerweit sichtbare Rauchsäule. Der Rauch wurde in Richtung A61 getrieben; deshalb lösten die Behörden eine Katwarnmeldung aus.

Weitere Brände in der Region bleiben ein offener Punkt

Der Brand in Gundersheim ist nicht der einzige Vorfall dieser Art in der Region. Bereits am Freitag hatte es an einem anderen Standort derselben Firma in Welgesheim gebrannt: Dort geriet ein großer Berg von Gewerbemüll in Brand, rund 80 Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz. Die Betreiber vermuten auch in diesem Fall, dass falsch entsorgte Akkus eine Rolle gespielt haben könnten. Nach ihrer Einschätzung könnten die Akkus unter Druck beschädigt worden sein und sich entzündet haben.

Hinzu kam am Samstagnachmittag ein weiterer Brand in einem Entsorgungsbetrieb in Worms, nur wenige Kilometer von Gundersheim entfernt. Das Feuer brach dort gegen 14 Uhr aus und konnte schnell gelöscht werden. Auf dem Gelände hatte es bereits zuvor Brände gegeben; Ende April standen dort 200 Tonnen Bauschutt, Papier und andere Abfälle in Flammen, Ende Mai entzündeten sich dort erneut Bauschutt und Papier.

Dass sich Brände auf Recycling- und Entsorgungsflächen in kurzer Folge häufen, erhöht die wirtschaftliche und operative Belastung für Betriebe und Feuerwehren – von Betriebsunterbrechungen bis zu langen Nachlöscharbeiten, bei denen Material bewegt, kontrolliert und gesichert werden muss. Ein belastbarer Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen ist nach aktuellem Stand jedoch nicht belegt. Die Ermittlungen laufen.

Der Fall in Gundersheim unterstreicht vor allem eines: Falsch entsorgte Akkus sind für Entsorgungsbetriebe ein erhebliches Risiko – und für Einsatzkräfte ein Faktor, der Brände komplexer und langwieriger macht. Ob die jüngsten Vorfälle in Gundersheim, Welgesheim und Worms miteinander zusammenhängen, bleibt offen.

Häufig gestellte Fragen

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