Sandra Engels in Koblenz: Lesung über Trauer, Verlust und neuen Mut


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Aus Verlegenheit Mut machen: Eine Lesung über Trauer, Verlust und neue Zuversicht
Wenn Worte fehlen, beginnt oft die eigentliche Suche nach Sprache. Am 21. Oktober 2026 lädt die Stadtbibliothek Koblenz anlässlich des Welthospiztages zu einem literarischen Abend über Trauer, Verlust und den gesellschaftlichen Umgang mit Abschied ein. Die Veranstaltung verbindet Lesung, Musik und Podiumsgespräch zu einem eindringlichen literarischen Erlebnis.
Eine autobiografische Stimme über das Leben danach
Im Mittelpunkt steht Sandra Engels autobiografisches Werk Mein Leben mit Zebra im Kopf. Darin verarbeitet die Autorin aus dem Mittelrheintal den plötzlichen Tod ihres Lebensgefährten und beschreibt ihre Erfahrungen mit Verlust, Trauer und dem Leben danach. Ihre persönliche Erzählperspektive eröffnet einen unmittelbaren Zugang zu einem Thema, das viele Menschen betrifft und dennoch häufig von Sprachlosigkeit begleitet wird.
Die Lesung macht sichtbar, wie Literatur innere Erfahrungen ordnen kann. Zwischen Erinnerung, Schmerz und vorsichtiger Neuorientierung entsteht eine narrative Form, die nicht vertröstet, sondern aufmerksam zuhört. Gerade diese Verbindung aus autobiografischer Wahrhaftigkeit und sprachlicher Kunstfertigkeit verleiht dem Abend seine besondere literarische Qualität.
Musik, Gespräch und unterschiedliche Perspektiven
Impulse des Fördervereins Lesen und Buch erweitern das Lesungsformat um eine literaturvermittelnde Perspektive. Jonatan Ide begleitet den Abend mit Cello-Musik und setzt klangliche Akzente, die den stillen und nachdenklichen Charakter des Themas aufnehmen. Sprache und Musik treten dabei in einen sensiblen Dialog über Erinnerung, Nähe und Abschied.
Im anschließenden Podiumsgespräch begegnen sich persönliche und fachliche Erfahrungen. Sandra Engels spricht gemeinsam mit der Trauerbegleiterin Nathalie Ide und dem Kulturdezernenten sowie Schirmherrn Ingo Schneider über die Bedürfnisse trauernder Menschen und über die Frage, wie Trauer in der Gesellschaft mehr Sichtbarkeit und Gehör erhält. Moderiert wird das Gespräch von Claudia Schönershoven, der stellvertretenden Geschäftsführerin des Koblenzer Hospizvereins.
Literatur als Raum für gesellschaftlichen Austausch
Die Veranstaltung führt über die klassische Lesung hinaus. Sie verbindet literarische Erzählung mit kulturellem Diskurs und hospizlicher Erfahrung. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen einander in Zeiten des Verlusts begegnen können, ohne Trauer zu verdrängen oder in sprachliche Floskeln auszuweichen.
Die Lesungs-Atmosphäre verspricht einen konzentrierten, intimen Abend: eine Stimme, die persönliche Erfahrung in Literatur verwandelt, ein Cello als resonanter Klangraum und ein Podium, das den Blick auf Trauer als gesellschaftliche Aufgabe lenkt. So entsteht eine Autor-Begegnung, die berührt und zugleich zur Auseinandersetzung einlädt.
Fazit: Ein Abend, der Berührungsängste abbaut
Aus Verlegenheit Mut machen richtet den Blick auf das, was im Alltag häufig unausgesprochen bleibt. Besucherinnen und Besucher erwartet eine bewegende Lesung aus Sandra Engels autobiografischem Werk, musikalische Begleitung und ein Gespräch über Trauer, Verlust und menschliche Nähe. Der Eintritt ist frei. Wer Literatur als Raum für Erkenntnis, Trost und gesellschaftlichen Austausch erlebt, findet in der Stadtbibliothek Koblenz einen besonderen Abend des Zuhörens und Gesprächs.
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